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Chronik für die Zeit nach dem Krieg

Die Schule Schönböcken zwischen 1939 und 1945 und nach dem Kriege

Die Schule und das "Tausendjährige Reich"
Einige Schüler erinnern sich
Statt "Guten Morgen" und "Auf Wiedersehen" hatte der "Deutsche Gruß" in der Schule Einzug gehalten. Zuwiderhandlungen wurden mit Ohrfeigen geahndet. Der Geburtstag des "Führers" wurde mit einer Feierstunde gewürdigt, die Fahne wurde gehißt und die Schüler sangen politische Lieder dazu. Schon die Kinder wurden also politisch missbraucht.

Die Uniform als modernes Kleidungsstück
Uniformzwang bestand in der Schule nicht, aber es wurde damals natürlich gerne auch von den Schülern Uniform getragen. Wer wollte schon als Außenseiter gelten?
Bis zum 12. Lebensjahr waren die Jungen in der "Deutschen Jugend", anschließend folgte die "Hitler Jugend". Die Mädchen waren meist Mitglied im "Bund Deutscher Mädchen". In Einzelfällen schlossen sich die Schüler auch dem "Roten Kreuz" an, wenn die "braune" Gesinnung nun doch nicht als der Weisheit letzter Schluss angesehen werden konnte, man aber unbedingt ein uniformähnliches Kleidungsstück benötigte.

Zum Holzsammeln abgeordnet
Die wöchentlichen Unterrichte der HJ und des BDM fanden nachmittags in der Schule statt. Im Winter hatte man mit dem Heizen so seine Schwierigkeiten. Die Schüler wurden abgeordnet, in den Knicks Holz zu sammeln. Wenn es ganz eng kam, mussten Kohlen von zu Hause mitgebracht werden.

Vom Krieg selbst bekam die Schule bzw. Schönböcken verhältnismäßig wenig mit. Hin und wieder fiel der Unterricht wegen Fliegeralarm aus. Meistens handelte es sich zum Glück jedoch um "Enten", denn welches Flugzeug verirrte sich am hellichten Tag schon in Richtung Lübeck/Raum Ostsee? Die Folge davon war, dass der Unterricht ziemlich locker gesehen wurde und wichtige Arbeiten, z. B. Diktate, nur noch unmittelbar vor Zeugnisausgabe geschrieben wurden.

Und dann war Kriegsende und damit dann auch das Ende des "Tausendjährigen Reichs". Die Engländer übernahmen erstmal die Regierungsgeschäfte - und wenn dann gar nichts mehr lief: Der Unterricht ging weiter.

(nach Aufzeichnungen ehemaliger Schüler dieser Schule)


Die Schule Schönböcken nach dem Kriege
Bis 1944 lag die Leitung der Schule in Händen von Hauptlehrer Wilhelm Grebin, in der Zeit 1944 bis 1946 leitete die Schule H. Seehaus. In dieser Zeit waren auch zweite Lehrer tätig. Es bestanden zwei Klassen: Unter- und Oberstufe. Von Ostern 1946 bis Ostern 1961 leitete Rektor Erich Genz die Schule. Um das Jahr 1947 war die Schülerzahl derart angestiegen, dass drei Klassen gebildet wurden. Es sind dann wohl auch drei Lehrkräfte tätig gewesen. Ostern 1961 übernahm Rektor Heinz Willner die Leitung der Schule.


Schulfest 1948


Schichtweise Unterricht
Bis zum Winter 1960 gab es in der Schule nur zwei Klassenräume mit Öfen. 
Die sanitären Einrichtungen waren auch noch höchst primitiv. Die Schülerzahl war laufend angestiegen, 
so dass erst vier Klassen, seit 1957 fünf Klassen gebildet werden mussten. 
Da nur zwei Klassenzimmer zur Verfügung standen, musste in zwei Schichten im wochenweise 
Wechsel unterrichtet werden.
Schulfest 1960

Schulfest 1960
Schulfest 1960
Schulfest 1960

Schulfest 1960                                           Schulfest 1960

Lange herbeigesehnter Komfort
Dann wurde endlich ein Anbau geplant, im Januar 1958 lagen die Bauzeichnungen vor. 
Es wurden drei Klassenräume angebaut, auch die alten Klassen wurden renoviert. 
Eine der alten Klassen wurde als Lehrer- und Lernmittelzimmer eingerichtet, musste aber als 
Klassenraum benutzt werden, da der Neubau nicht groß genug angelegt wurde. Mit dem Neubau 
erhielt die Schule den lange herbeigesehnten "Komfort": Wassertoiletten, geräumigen Flur, Gasheizung. 
Die Übergabe des Neubaus geschah am 21.01.1960.

Fröhliche Schulkinder 1961

Fröhliche Schulkinder 1961
Handarbeitsunterricht 1962
Handarbeitsunterricht 1962

1961: Fröhliche Schulkinder                              1962: Handarbeitsunterricht